Mangel an Pflegefachkräfte

Der Pflege in Deutschland fehlen Zehntausende Fachkräfte. Kurzfristig soll ein Bündel an Initiativen helfen, dann eine große Pflegereform. Doch konkret ist noch nichts. Im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Pflege setzt Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) auf eine Reform der Ausbildung, ausländische Kräfte und umgeschulte Arbeitslose. Mehr Aufstiegschancen und weniger Bürokratie sollen Pflege zudem attraktiver machen, sagte Rösler nach einem Spitzentreffen gegen den Pflegemangel in Berlin.

Schon heute fehlen 50.000 Pflegekräfte . In 15 Jahren könnten laut Statistischem Bundesamt 112.000 Vollzeitstellen unbesetzt sein. Der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, geht sogar von 400.000 fehlenden Pflegekräften bis 2020 aus. Die Zahl der Pflegebedürftigen könnte bis zum Jahr 2030 von 2,3 Millionen auf 3,4 Millionen steigen. Mehr als 80 Prozent der Beschäftigten in der Pflege sind Frauen. Rösler sprach sich dafür aus, ein auslaufendes Programm zur Umschulung von Arbeitslosen und Pflegehelfern hin zur Pflegekraft weiterzuführen. Daran sollten sich künftig auch die Arbeitgeber beteiligen. Derzeit finanziert die Bundesagentur für Arbeit das dritte Ausbildungsjahr zur Pflegefachkraft. Das Programm mit rund 90 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II war bis Ende 2010 befristet.

Rösler plädierte auch dafür, dass ausländische Pflegekräfte leichteren Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bekommen. Allerdings schränkte er ein, Zuwanderung alleine werde das Problem nicht lösen können. Entsprechend den Forderungen der Verbände versprach Rösler, sich für eine einheitliche Anerkennung der Abschlüsse stark zu machen. "Die politische Hausaufgabe ist die einheitliche Berufsanerkennung." (Die Zeit)